Durch meine Arbeit mit Kindern und dem Fokus auf Erfahrungen die wir unseren Kindern erzählen können, halte ich die oft genannte Tugend, das innere Kind niemals zu verlieren, für unglaublich relevant. Während für viele mit dem Älterwerden Pflichten und weniger Spaß einhergehen weigere ich mich, dies zu akzeptieren. Natürlich müssen wir mit dem Älterwerden mehr und mehr Pflichten wahrnehmen und wir können nicht mehr mit der gleichen Naivität wie Kinder sie oft haben durch das Leben ziehen. Gleichzeitig müssen wir jedoch nicht wählen, für immer so zu sein. wir haben die Möglichkeit nicht immer das Böse in der Welt oder in anderen Menschen zu sehen. Eine Pfütze muss nicht etwas sein, was wir umrunden müssen, da unsere Schuhe dreckig und Socken nass werden. Wir dürfen uns auch erlauben, hineinzuspringen, vom Weg abzukommen, etwas anderes zu tun. Diese kleinen Dinge helfen uns tagtäglich unser inneres Kind nicht zu verlieren, und diese Gewissheit macht uns Glücklich.
Mit diesem Mindset treffen sich Entscheidungen manchmal leichter. Kreativität erscheint allgegenwärtiger und das Selbstverständnis verändert sich.
Doch gerade darin liegt oft auch die Tücke. Ich kenne zu gut den Moment in dem man das Innere Kind rauslassen möchte, doch Gesellschaftliche Erwartungen, Rahmenbedingungen, Sorgen halten uns davon ab. In meinem Leben beschäftigt mich diese Frage, wie man diesem Druck von außen widerstehen kann regelmäßig.
Da ich viel mit Kindern arbeite, weiß ich, dass einige Eltern ihre Kinder dazu ermutigen, schon früh nicht mehr Kind zu sein. Vielleicht gehörst du auch dazu? Wenn du früher nicht die Chance hattest, Kind zu sein, dann nutze sie jetzt. Denn es gibt keinen besseren Zeitpunkt, Kind zu sein. Als jetzt!